miau

Juli 24, 2009

Lege ich mich im Garten ins Gras um zu lesen, dauert es meistens nicht allzu lange, bis ich Gesellschaft bekomme.Es ist immer die gleiche Gesellschaft, das gleiche Wesen, das sich liebevoll neben mich ins Gras legt, zärtlich an mich schmiegt und genüsslich schnurrt. Wenn ich mich nicht um sie kümmere, macht sie sich lautstark bemerkbar.

*miau* -keine Reaktion- *miiiiaaaauuuu*

Es gibt nicht viele Freunde, die mir über so viele Jahre treu waren wie sie. Ich bin mir nicht sicher, ob Mensch-Tier-Beziehungen so gut funktionieren mögen, weil unsere Haustiere in gewissem Masse von uns abhängig sind oder ob es daran liegt, dass sie uns -ohne Worte- einfach nur zeigen, was sie fühlen. Kein Hund würde sein Herrchen tadeln, wenn es mal wieder zu spät nach Hause kommt. Keine Katze meidet ihr Frauchen, weil sie mal wieder vergessen hat, den Müll rauszutragen.

Schenke ich meiner Katze Zärtlichkeit, bedankt sie sich mit einem ruhigen, gleichmässigen Schnurren. Ich brauche sie nicht zu fragen, was sie mag – sie zeigt es mir. Sie geniesst meine Gesellschaft, sucht sie regelrecht. Widme ich mich meinen Büchern, ist sie eifersüchtig und bemüht sich umso mehr.

miau

Sie räkelt sich genüsslich auf meinem Bett, streckt alle vier Beinchen von sich weg. Manchmal liegt sie langgestreckt, manchmal kuschelt sie sich zu einem kleinen Kringel zusammen. Aber immer freut sie sich über allfällige Streicheleinheiten, schnurrt, räkelt sich und stösst sich mit ihren samtenen Pfötchen ab.

Was sie wohl empfinden mag, während sie sich genüsslich liebkosen lässt?


KLEINER TREUER FREUND

März 13, 2009

Zehn Jahre, zehn lange Jahre meines Lebens, viele Höhe- und Tiefpunkte, viele verschiedene Lebensabschnitte, all das habe ich gmeinsam mit dir erlebt. Immer warst du da, hier, an meiner Seite. Wir waren jung, als wir zusammengekommen sind – jung und voller Energie. Heute bin ich langsam erwachsen geworden, kann meine eigenen Entscheidungen treffen. Auch du wurdest älter. Heute zählt man dich schon zu den Betagten. Es gilt nun, viele wichtige Entscheidungen zu treffen, abzuwägen, was wohl das beste für dich sein wird – da du es selbst nicht kund tun kannst. Es ist nicht einfach und keine der Entscheidungen ist über jeden Zweifel erhaben.
Du bist mir ein treuer Freund, eine kleine Tochter, die altert, ohne je aus der Kindheit herauszukommen. Die Zeit mit dir ist kostbar und ich bereue keine Minute – auch wenn ich heute viel dazugelernt habe und viele Dinge anders handhaben würde. Die Entscheidungen, die ich früher getroffen habe, haben mich hierher gebracht, zu dem gemacht, was ich jetzt bin – und dafür bin ich dankbar.
Ich will nur das beste für dich; das, was auch du als das beste erachtest. Ich möchte, dass du glücklich bist.


Kleines Fellknäuel

Mai 20, 2008

siralaraNur ein leises „gurk“ von Zeit zu Zeit erinnert an ihre Anwesenheit. Sie schläft tief und fest und scheint zu träumen. Zufrieden seufzt sie im Schlaf immer wieder, gefolgt vom typischen „gurk“. Irgendwann raschelt es – sie ist aufgewacht. Mit weit geöffnetem Mund gähnt sie genüsslich, streckt den langen, schmalen Körper so lang wie nur möglich, streckt dann auch die Füsschen ganz aus, sodass sie sich nur noch auf den Ärmchen vorwärts zieht. Meistens juckt es dann auch gleich noch, also wird rasch gekratzt. Nun geht es entweder in Richtung Klo, Wassertopf oder auf Erkundungstour. Ein gemütliches Schritttempo ist nicht angebracht. Wenn sie sich durchs Zimmer bewegt, muss es schon Joggingtempo sein. Mein kleines Frettchen könnte ja etwas verpassen!


weitere Tierversuche

März 5, 2008

Heute habe ich von einem Experiment gelesen, bei dem Hühnern Gehirnzellen von Wachteln eingepflanzt wurden während sich die Entwicklung noch in ihren Anfängen befand, also erst ein Zellhaufen vorlag. Dabei hat man angeblich herausgefunden, dass einige der operierten Hühnern keine Veränderung aufwiesen, andere hingegen auf den Ruf von Wachteln reagierten und zwar intensiver als es die Wachteln zu tun pflegen.

An sich gibt ein solcher Versuch ja Aufschluss über die Funktionsweise des Hirns. Ich persönlich frage mich einfach, was es ist, das uns Menschen so skrupellos an Tieren herumoperieren lässt. Wäre das Versuchsobjekt der Mensch, gäbe es die ärgsten Proteste. Bei einem solchen Tierversuch aber, scheint sich kaum jemand zu empören.

Meiner Meinung nach ist es unrecht, wenn der Mensch sich als übergeordnete Art betrachtet. Auch wir sind, wenn man so will, Tiere. Ja, wir stammen von ihnen ab und sind es noch immer. Das erstaunliche, ja, bewundernswerte Ich-Bewusstsein, über welches wir verfügen, gibt uns nicht das Recht zu behaupten, wir wären überlegen. Jede andere Art hat auch ihre Stärken und Bereiche, indenen sie dem Menschen überlegen ist. Auch Affen und Vögel benutzen Werkzeuge – nicht nur der Mensch, wie es teilweise fälschlich behauptet wird.

Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass wir die verächtlichste Art überhaupt sind. Welches andere Tier, welches Wesen strebt nach Möglichkeiten, nach der Macht, seine eigene Art und mit ihr andere Arten auslöschen zu können? Oder noch expliziter: Welches andere Wesen zerstört seine Umwelt und seine Artgenossen? Der vermeintlich überragenden Art ist ein wichtiges Merkmal verloren gegangen: der Überlebenstrieb und das Streben nach der Erhaltung der Art.


Tierversuche

März 2, 2008

Im Laufe der Philosophielektüre „Praktische Ethik“ vom Utilitaristen Peter Singer, die nach wie vor sehr umstritten ist, stiess ich früher oder später auf das Kapitel, das sich mit den Rechten von Tieren auseinander setzt. Ich selbst war von dieser Frage schon immer sehr betroffen, umso mehr trafen mich die Feststellungen, die ich während der Lektüre machen musste und die im Folgenden erläutert werden.

Sinnvoll? Sinnlos.
Wenn wir an ein Verbot für Tierversuche denken, kommt denn meisten Menschen die Tatsache ins Bewusstsein, dass viele medizinische Erkenntnisse darauf basieren und wohl so einige Medikamente nicht möglich gewesen wären ohne. So relativieren also viele, dass mithilfe dieser Opfer (-> Tier gegen Menschenleben) also zahlreiche Kranke gerettet werden konnten. Dem kann ich eigentlich auch nicht viel entgegensetzen. Ich möchte auf einen ganz anderen Punkt hinaus – nämlich auf die Tatsache, dass es noch immer viel zu viele Versuche gibt, bei denen hilflosen Tieren Leid zugefügt wird, das nicht nötig wäre und das ist meiner Meinung nach unrecht. Darunter zählen in erster Linie der Draize-Test und der LD 50 Test.

Draize: Um Kosmetika zu testen, die neu auf den Markt kommen soll, werden Kaninchen konzentrierte Lösungen des zu untersuchenden Produkts in die Augen getröpfelt.

LD 50: Bei diesem Test gilt es, die tödliche Dosis einer Substanz zu ermitteln. Dabei werden verschiedene Arten getestet. Es geht darum, herauszufinden, wieviel von der Substanz verzehrt werden muss, bis 50% einer Versuchsgruppe von Tieren einer Art sterben. Es wird dann eine ganze Liste erstellt, aufder man den LD 50-Wert des Produkts für diverseste Arten ablesen kann.

Wieso all diese Tests durchführen und Tieren Leid zufügen z.B. für ein neues Haarshampoo, das auf den Markt kommen soll, wenn doch auf dem Markt schon ausreichend Shampoos vorhanden sind? Solche Tatsachen stossen bei mir auf Unverständnis.
Dazu kommt ja, dass wir davon ausgehen können, dass Tiere, wie wir auch, Schmerzen empfinden. Das Nervensystem hat sich schon vor langer Zeit entwickelt und ist bei uns und bei Tieren sehr ähnlich. Zudem können wir aufgrund ihres Verhaltens ebenfalls erahnen, was sie durchmachen müssen, wenn wir ihnen Leid zufügen. Wenn ich nämlich mit meinem Haustier zum Tierarzt gehe und ihm eine Spritze verabreicht wird, zuckt es sofort zusammen, wenn die Spritze ins Fleisch eindringt und es gibt sogar einen leisen Schmerzensschrei von sich. Die Frage, woher wir wissen sollen, ob Tiere ebenfalls Schmerzen leiden, ist für mich daher hinfällig.

Woher nehmen wir uns das Recht, eine andere Art als minderwertig hinzustellen? Wir könnten unsere Versuche auch an Komapatienten oder hoffnungslosen Hirntoten durchführen. Diese leiden keine Schmerzen und sind nicht bei vollem Bewusstsein, wie es die Versuchstiere sind. Einzig und allein an den Versuchen leiden würden die Gefühle von allfälligen Eltern und Angehörigen.