Seit einigen Tagen geht ein Schaudern durch die Schweizerinnen und Schweizer, wenn sie „Harmos“ (Harmonisierung der obligatorischen Schule) hören. Das Harmos-Konkordat beabsichtigt, Kinder in Zukunft mit 4 Jahren einschulen zu lassen. Anstelle des Kindergartens soll eine 3- bis 4-jährige Basisstufe eingeführt werden. Die Primarschule soll folglich dann acht und die Oberstufe weiterhin drei Jahre dauern, was insgesamt elf Jahre ausmacht (bis anhin betrug die obligatorische Schulzeit lediglich zehn Jahre). Die Schüler sollen also, obwohl sie bereits ein Jahr früher eingeschult werden, was nicht ohne Probleme vor sich geht, nun also tatsächlich nochmals ein Jahr früher die Schulzeit antreten müssen. Werden sie dadurch nicht ihrer Kindheit beraubt? Wozu soll dies alles führen? Natürlich muss man sagen, dass die Idee hinder dem Ganzen, dass das Schulsystem in allen Kantonen und somit in der ganzen Schweiz vereinheitlicht werden soll, durchaus Sinn macht, da heute noch immer grosse Differenzen zwischen den unterschiedlichen Handhabungen in den verschiedenen Kantonen zu erkennen sind.
Jedenfalls wurde gegen Harmos das Referendum ergriffen, die Entscheidung kommt nun vors Volk. Interessant ist aber noch eine andere Begebenheit und zwar habe ich heute folgendes in der Zeitung gelesen:
„Es ist eigenartig, dass der Grosse Rat einstimmig dafür war und jetzt so viele Unterschriften dagegen gesammelt wurden“, sagt EVP/EDU-Fraktionschef Matthias Müller.
Für mich ist das überhaupt nicht eigenartig. Vielmehr beweist das einmal mehr meine Theorie, dass der Grosse Rat, der eigentlich die Meinung des Volkes vertreten soll, eine lächerliche Widerspieglung der Meinung des einfachen Bürgers ist. Der Grosse Rat macht, was er will. Er versucht lediglich, seine eigenen Interessen durchzusetzen, was überhaupt keine Rücksicht auf die einfache Bevölkerung zulässt. Ich hatte mich ja bereits einmal in einem Beitrag über die Unfähigkeit der Parlamentarier ausgesprochen (ebenfalls unter politik zu finden) aufgrund der vielen ungültigen Stimmen.
Ist es nicht eine Ehre, wenn man als Politiker die Meinung des Volkes im Grossen Rat vertreten kann? Für viele Parlamentarier offensichtlich nicht. Fraglich bleibt dabei, was uns Stimmbürger dazu gebracht hat, solche Menschen dorthin zu wählen.
Verfasst von philopanterin
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