Eric-Emmanuel Schmidt
Simon, der Erzähler der Geschichte, ist 38 Jahre alt und die Reinkarnation von Svastika. Er wohnt in Paris und frühstückt dort regelmässig in einem kleinen Café. Jede Nacht verfolgt ihn immer und immer wieder der gleiche Traum, sodass ihm klar wird, wie wichtig es für ihn sein wird, ihn zu verstehen. Aus den drei Personen (Svastika, Milarepa und Simon) wird plötzlich eine einzige.
Milarepa kann zaubern. Er nutzt die Magie um Schlechtes zu tun und begreift erst später, dass dieses Tun unrecht ist, woraufhin er sich dann zu ändern versucht. Wichtig ist für ihn auch die Eigenschaft, vergeben zu können. Er stellt in der Geschichte die Hauptperson dar, dessen Wandlung dem Leser vor Augen gebracht werden soll. Die Geschichte beginnt mit Milarepa als einem bösartigen, kurzsichtigen Menschen und endet mit ihm als einem weitsichtigen Lehrer, der seinen Schülern viel beizubringen hat.
Svastika ist der Gegenspieler von Milarepa. Er kann seinen Hass nicht überwinden und ist auch nicht zur Vergebung fähig. Sein ganzes Leben verbringt er als böser, materialistischer Mensch.
Marpa ist ein sehr strikter Lehrer. Er will, dass Milarepa zu verstehen beginnt, wobei er ihm zwar hilft, aber dennoch darauf beharrt, dass Mila seine Schlüsse schlussendlich selbst ziehen muss. Für einen gläubigen Menschen erscheint er etwas ungewohnt aggressiv und gewalttätig. Es kommt durchaus immer wieder vor, dass er seine Geduld verliert. Für seine Mitmenschen ist es nicht immer ganz einfach, ihm zu folgen. Er gibt zwar hinweise, sagt aber selten direkt, worauf er hinaus will. Er ist auch der einzige, der beim Abschied von Mila nicht weint, was viele nicht verstehen können. Aber für ihn gibt es nur etwas, das wirklich traurig ist und das wäre die Tatsache, dass es so viele Menschen gibt, die nicht wissen, dass sie wie Buddha leben könnten.
Die Frau des Marpa will Mila helfen, versteht aber gar nicht erst, was ihr Mann eigentlich von ihm verlangt. In der Geschichte wird klar, dass die Frauen in dieser Gesellschaft eine untergeordnete Rolle spielen. Die Frau des Marpa nimmt an den wichtigen Aktivitäten ihres Mannes zum Beispiel niemals Teil und es wird auch sehr schön aufgezeigt, wie sie es einfach nicht schafft, seinen Gedankengängen zu folgen.
Wie bereits vorweg erwähnt, träumt Simon regelmässig den gleichen Traum, bis ihm eines Tages eine geisterhafte Frau dabei hilft, diesen Traum zu verstehen. Sie macht ihm klar, dass er die Reinkarnation von Svastika, einem Hirten, der sein ganzes Hab und Gut verloren hat, sei. Nach diesem Verlust wird der Hirte von seinem Cousin aufgenommen. Der Sohn dieses Cousins, Milarepa, beginnt zu weinen, als er die Misere seines Onkels erkennt. Dadurch wird diesem erst klar, wie arm er nun eigentlich ist und von diesem Moment weg beginnt er dann, Mila dafür zu hassen, dass er ihm dies unweigerlich vor Augen geführt hat. Als der Cousin, Vater von Milarepa, dann eines Tages stirbt, wünscht er sich noch vor seinem Tode, dass Svastika sich nach seinem Ableben und die von ihm zurückgelassene Familie (die Kinder und Frau) kümmert. Dieser hegt aber immer grösseren Hass gegen seinen Neffen und als dieser dann zwanzig Jahre alt ist, versteht er, dass ihm sein Onkel das Erbe niemals überlassen wird und deshalb beginnt er zu trinken und verschwindet ganz plötzlich. Das Vermögen von Svastika wird immer grösser und grösser und er verheiratet dann sogar alle seine Söhne. Während der Hochzeit seines letzten Sohnes, geschieht dann aber das Unvorhergesehene. Milarepa taucht aus dem Nichts wieder auf und lässt alle Gäste und Tiere sterben, indem er Magie anwendet. Nur Svastika und seine Frau überleben, alle anderen sind des Todes. Nach diesen Ereignissen sucht Mila den Frieden und sucht den Lama, den grossen Marpa, auf. Diesem bietet er seinen Körper, sein Wort und sei n Herz und verlangt als Gegenleistung Verpflegung, Kleidung und die Lehre des Marpa. Dieser bietet ihm aber nur die Lehre an und gebietet ihm, für die restlichen Dinge betteln zu gehen.
Zu Beginn will der Marpa, dass Mila einen Hagelschauer über einige Länder schickt. Danach soll er den Schaden wieder beheben. Die nächste Aufgabe besteht dann darin, einen runden Trum zu bauen. Nachdem dies geschehen ist, soll Mila den Turm wieder zerstören. Die darauffolgende Aufgabe verlangt einen halbmondförmigen Turm, den es anschliessend wieder zu zerstören gilt, weil Marpa behauptet, er habe nie den Auftrag zum Bau dieses Turmes gegeben. Danach folgt der Bau eines dreieckigen Turmes und als Mila erneut aufgefordert wird, sein Werk zu zerstören, widerspricht er das erste Mal und fordert endlich seine Lehre. Marpa hat aber kein Mitleid und fordert nun einen weissen Turm mit neun Etagen und einem Spitzturm. Nach der Erbauung schlägt der Marpa auf Mila ein und beschimpft ihn. Er schreit ihn an und schimpft, dass man die Lehre nicht allein mit Muskelkraft erreichen kann und dass es vielmehr Einsicht verlangt. Die Frau des Marpa versucht, Mila zu helfen. Sie gibt ihm einige Dinge, die er dem Marpa als Geschenk überreichen soll, doch schon wieder wird der Marpa wütend, denn er besteht darauf, dass man nur das Recht hat, Dinge zu schenken, die man selbst erworben hat. Mila hat es inzwischen satt und möchte am liebsten weg – doch das geht nicht, weil er seinen Körper dem Marpa gegeben hat. So beschliesst er also, dass er sterben möchte, woraufhin dann die Frau des Marpa ihm aber erklärt, dass dies der grösste Fehler überhaupt wäre, weil dann nämlich das Karma zerstört würde. Letzten Endes bekommt Mila dann doch die Lehre des Marpa und Mila verbringt anschliessend elf Monate einsam in einer Grotte. Anschliessend verbringt er nochmals ein bisschen Zeit mit dem Marpa, um danach loszuziehen um seine Familie zu suchen. Er findet dann aber nur seine Mutter.
Als er einmal bei der Meditation ist, findet ihn sein Onkel Svastika, der ihn dann auch sogleich vertreibt, weil er seinen Hass einfach nicht überwinden kann. Wenig später sucht Svastikas Frau dann Mila auf, um sich bei ihm zu entschuldigen. Sie bittet um dessen Vergebung und er hilft ihr, gibt ihr sogar ein paar eigene Lektionen.
Mila wird selbst zum Lehrer, wird alt und bereit für den Tod. Vor seinem Tode gibt er aber noch die wichtigsten Dinge der ultimativen Wahrheit an seine Schüler weiter – so zum Beispiel die Tatsache, dass das Nirvana nicht existiert.
Verfasst von philopanterin
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