Am Freitag wurde mir einmal mehr klar, wie wertvoll jeder einzelne Moment ist und wie schnell doch plötzlich alles vorüber sein kann oder könnte.
Mit grossen Plänen für das Wochenende und reichlichem Gepäck (Lektüre für den langen Weg und eine kleine Überraschung für einen lieben Menschen in meinem Leben) schwang ich mich auf mein noch immer ziemlich neues Rad. Kurz vor dem Bahnhof wurde ich dann, während ich mich im Kreisverkehr befand, achtlos von einem älteren Herrn von der Seite angefahren, landete erst auf dessen Haube und anschliessend hart auf dem nassen Boden. Ich sehe die Szene immer wieder vor Augen und kann von Glück reden, dass ich –wie üblich- meinen Helm aufhatte und -abgesehen von ein paar Kratzern- wohlauf bin.
Obwohl dieser Mann ganz offensichtlich eine (oder wenn man es genau nehmen will: wohl mehr als eine) kriminelle Handlung vollbracht hat, brachte er nicht einmal eine Entschuldigung hervor!
Ich mag gar nicht weiter auf die Details eingehen und will eigentlich auf eine andere Konklusion hinaus. Einerseits sollte man sich dessen bewusst sein, dass Unfälle nicht nur durch das eigene sondern oft auch durch Fremdverschuldung zustande kommen können. Auch wenn man sich korrekt verhält, kann es immer zu unangenehmen Zwischenfällen kommen.
Andererseits kam mir dann etwas später ein bedrückender Gedanke. Als ich nämlich wieder zu Hause war, habe ich mir überlegt, was gewesen wäre, wenn ich schwer verletzt worden wäre und nicht nur mit ein paar Schrammen und einem Schock davongekommen wäre. Es gibt viele Menschen, die mir am Herzen liegen und die doch nicht in regelmässigem Kontakt zu mir stehen. Die ganzen Beziehungen beruhen oftmals vielmehr auf Spontaneität. Wie viele Menschen hätten wohl nie davon erfahren? Wie viele Menschen hätten sich darüber gewundert oder gar geärgert, dass ich mich plötzlich nicht mehr gemeldet hätte?
Verfasst von philopanterin 


