Es geht doch nichts über die Gedanken, die schönen Erinnerungen, Traumvorstellungen und all die anderen wundervollen Dinge, die uns immer wieder durch den Kopf gehen. Sitzt man in einer langweiligen Geschichtslektion, während der Lehrer, der einmal mehr eine Vorbereitung von nicht einmal einer Minute aufzuweisen scheint, irgendwo in Tafelnähe sitzt oder besser gesagt relaxt, irgendwelche von anderen Leuten ausgearbeiteten Blätter austeilen lässt (zumindest hat er sie selbst kopiert – Applaus!), dann sich auf die Arbeitsaufträge dieser Unterlagen beschränkt, um nicht selbst irgendetwas vorbereiten zu müssen, den Text vorlesen lässt, um sich nicht zuvor damit auseinandersetzten zu müssen, sodass man ihn der Klasse näherbringen könnte, dann gibt es doch nichts Schöneres, als wenn man in seinem Stuhl sitzen kann, aus dem Fenster schauen und sich an schönere Plätze denken. Man kann sich zurück in jene Zeit versetzen, als man den Geliebten zum ersten Mal getroffen hat, man kann daran denken, wie es gerochen hat, als man letzten Frühling durch die blühenden Gärten spazierte, man kann sich vorstellen, wie schön die Sonne die eigene Haut zu wärmen vermochte, als man im Sommer am See baden war, … .
Gedanken sind frei Was in unserem Kopf vor sich geht, kann uns niemand nehmen und soweit ich das beurteilen kann, oder wie ich, auch zu meiner Beruhigung, zumindest annehme, niemand durchschauen kann. Natürlich ist es unrecht, wenn wir „ja“ sagen, insgeheim aber „nein, du Dummkopf“ denken. Was ich meine, ist vielmehr, dass wir in unserer Fantasie frei sind. Dort können wir sein, wer wir schon immer sein wollten; dort können wir tun, was wir nie zu tun wagten; dort können wir ausprobieren, was uns in der Realität für immer verborgen bleiben wird.



