marriage

Im Leben eines jeden Menschen wird eines Tages der Zeitpunkt kommen, an dem man sich Gedanken über die Ehe macht. Will ich heiraten? Muss ich heiraten? Im Folgenden wird versucht, abzuwägen, wie es zur Heirat kommt, wie die Erfolgschancen wohl am grössten sind und welche Faktoren zum Teil eine Rolle spielen.

East side? West side.
In unserer westlichen Gesellschaft glaubt man noch immer an die Liebesheirat. Dies wirkt aber äusserst fragwürdig, wenn man die hohe Scheidungsrate von 60% betrachtet. Im Osten hingegen findet man in den Zeitungen noch immer die berühmten Heiratsanzeigen, mit welchen die Eltern versuchen, die passenden Partner für ihre Kinder zu finden. Auf der einen Seite kann man ja behaupten, die Eltern kennen ihre Kinder meist sehr gut. Daher ist es nicht so abwegig, wenn sie den Lebenspartner aussuchen, das es bekanntlich für das Individuum selbst schwer ist, eine solche Entscheidung objektiv zu fällen, wohingegen es den Eltern eventuell etwas leichter fallen könnte, da sie die Gegebenheiten mit ein wenig mehr Distanz betrachten. Der Nachteil ist aber ganz klar, dass natürlich einige machtinteressierte Elternteile den Partner fürs Leben ihres Kindes aufgrund der Faktoren Wohlstand, Ansehen, Einfluss und Sozialkompetenz aussuchen. Sehr fragwürdig ist auch, dass die Brautinserate der jungen Mädchen nach dem Beruf des Vaters geordnet werden. Nicht zu vergessen ist auch die Mitgift, die noch immer sehr bedeutend ist. Kann die versprochene Mitgift der Partei der Braut nach der Heirat nicht eingehalten werden, so scheut man sich nicht vor einer Scheidung, die dann unverzüglich erfolgt.

Is it love? It should be.
Die alles entscheidende Frage ist: Was ist Liebe? Bei uns ist es oftmals so, dass wir jemanden kennen lernen, ihn attraktiv finden, mit ihm ausgehen und dann, meist schon beim ersten Date, entscheiden, ob wir uns weiter auf ihn (oder sie) einlassen wollen, oder ob wir dem Gegenüber gar nicht erst weitere Chancen einräumen. Besten Falls folgt eine Phase des Verliebtseins, woraus sich dann glücklicherweise eine feste Beziehung ergeben könnte. Später, wenn man sich reif dazu fühlt, den Partner immer um sich herum haben will, zieht man zusammen und testet quasi aus, wie es wäre, wenn man heiratete. Es ist eigentlich ein Probelauf, um herauszufinden, ob der Alltag die Beziehung zu brechen vermag, oder ob sie stärker ist. Läuft alles gut, folgt dann oftmals die Heirat, das Eheleben und vielleicht sogar viele süsse Kinder. Es gibt natürlich auch viele andere Szenarien, wobei ich hier nur eines aufzeigen will. Nach zwanzig Jahren (oder schon früher), merkt man dann vielleicht plötzlich, dass man sich nach etwas Neuem sehnt, dass man sich auseinander gelebt hat, dass man sich nicht mehr liebt oder was auch immer. Dann folgt schlimmsten Falls die Scheidung, die schmerzhafte Trennung, deren Wunden oftmals kaum zu heilen vermögen. Wo bleibt das happy end?
In indischen Kreisen werden die Paare zusammengeführt, um sich kurz kennen zu lernen und sehen sich dann erst bei der Heirat wieder, an dem Zeitpunkt, an dem sie dann auch zusammenziehen. Oftmals ist es nicht schon zu Beginn Liebe, doch Liebe ist, was daraus werden kann.

What is love? It’s not just a feeling.
Wo endet das Verliebtsein? Wo beginnt wahre Liebe? Meiner Meinung nach ist Liebe das Empfinden von Schutz und Geborgenheit in der Gegenwart des geliebten Menschen. Liebe basiert auf Vertrauen und Harmonie. Ich gestehe, dass auch meine Wenigkeit der romantischen Vorstellung der Liebesheirat untertänig ist. Ich kann mir nicht vorstellen, den ewigen, den heiligen Bund der Ehe mit jemandem einzugehen, der von meinen Eltern ausgesucht wurde. Auf der einen Seite hätte es sicher seine Vorteile, auf der anderen Seite wirkt es befremdend, nicht selbst über seine Zukunft entscheiden zu können. Dies ist aber genau genommen auch nicht ganz korrekt, da zwar die Eltern eine erste Auswahl treffen, die Betreffenden dann immer noch ihre eigene Meinung dazu Kund tun können und ihre eigene Meinung doch nicht ganz untergeht.

Beim Schreiben dieses Artikels wurde ich inspiriert durch:
-eine spannende Philosophielektion
-einen äusserst interessanten, per Zufall entdeckten Blog

6 Antworten zu „marriage“

  1. Keiran sagt:

    Wenn du schon Gedanken ums Heiraten machst: findest du, dass es bei einer Liebe zu einer Heirat übergehen musst?

    Ist Heirat wirklich ein so enormes Liebessymbol bei sovielen Scheidungen?

  2. philopanterin sagt:

    Nein, ich finde nicht, dass eine Beziehung zwingend mit der Heirat gekrönt werden muss.
    Meiner Meinung nach glauben wohl viele Menschen einfach, den Partner durch die Ehe zusätzlich an sich binden zu können und denken, damit einer Trennung entgegenwirken zu können.
    Ich muss zugeben, der Gedanke an eine glückliche, vollkommene Ehe auf Lebzeit lässt auch mein Herz höher schlagen. Aber wie bereits eingangs erwähnt, halte ich es nicht für absolut zwingend.

  3. Keiran sagt:

    Irgendwie süß, das von dir. ^^

  4. philopanterin sagt:

    *being embarrassed*

    süss? ich? wo? warum?

  5. Marc Engeler sagt:

    Heirat ist für mich der zwanghafte Beweis, einen Menschen zu lieben, wenn man dieser Liebe nicht sicher ist. Für andere ist es nur wichtig den Namen des Partners zu haben…. Und dann gibts noch jene speziellen Fälle die dabei noch an Steuern denken.
    Aber schlussendlich muss es jedes selber wissen, ob er sich der Liebe des Partners sicher ist, oder ob er ihn heiraten will

  6. Marc Engeler sagt:

    Aber ich muss gestehen…. in seltenen Fällen wird die Ehe auch aus Liebe geschlossen, aus Liebe welche heutzutage immer seltener wird….. die Zwecksehe dominitert – leider.

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